Dezember 2015


180° meer

30. Dezember 2015

 

An Sarah Kuttner kam man zu den Zeiten nicht vorbei, als VIVA noch ein Musiksender im Fernsehen war, als es dort noch Live-Shows gab, und es zum Pflichtprogramm gehörte, nach der Schule den Ranzen in die Ecke zu werfen, und Musikvideos zu schauen. 

Irgendwann wurde aus VIVA das, was es heute ist, und aus Sarah Kuttner wurde neben der unterhaltsamen Quasselschnute, mit diversen eigenen Fernsehformaten, eine Autorin. 

Nach einigen Kolumnen, die auch gesammelt erschienen, folgten die Romane "Mängelexemplar" und "Wachstumsschmerz". Das Schöne darin ist, dass es sich unheimlich leicht lesen lässt, und man absolut das Gefühl hat, dass sie es einem genau in diesem Moment genau so erzählen würde, was einem die Protagonisten sehr greifbar und real erscheinen lässt. 

Jetzt haben der Fischerverlag, und auch Sarah Kuttner selbst (u.a. auf ihrem Facebookprofil), ihr neues Buch angekündigt. "180° Meer" soll im Januar 2016 erscheinen. Eine Road-Novel, deren Inhalt wohl so ziemlich jeder spätestens in seinen Endzwanzigern, schon selbst erlebt hat. Kompliziertes Verhältnis zu den Eltern trifft auf den Wunsch, Urlaub von sich selbst machen zu können. Höre ich da ein "Wie wahr..."? Es könnte tatsächlich sein, dass sie auch diesmal wieder den richtigen Nerv trifft. 

 

Hier noch die Fakten:

 

Sarah Kuttner

180 Grad Meer

Roman

Hardcover

 

ISBN: 978-3-10-002494-7

 

Schön, dass Sarah Kuttner auch erst jetzt in einem Interview erzählt hat, wie sie überhaupt Bücher schreibt. Viel Spaß beim Anschauen und vor allem, beim Lesen! 


Ich bin dann mal weg ...

Quelle: Screenshot, Trailer
Quelle: Screenshot, Trailer

28. Dezember 2015

 

Romanverfilmungen gibt es genug, so dass man monatelang im Kino sitzen würde, um sich alle mal anzusehen. Der Vorteil hierbei ist ja meistens, dass es schon eine gewisse Fanbase gibt, und natürlich auch die, die grundsätzlich gegen Alles sind, was mit der künstlerischen Freiheit und der Verfilmung von Romanen zu tun hat. Das heißt, am Ende gehen diese Leute auch ins Kino, um danach hinterher der ganzen Welt zu verkünden, dass das Buch besser war. 

Nun haben wir den aktuellen Fall: Hape Kerkeling, ich würde mal behaupten, einer der besten deutschen Comedians überhaupt, ist den Jakobsweg gegangen. Für viele waren bei dieser Tatsache schon mehrere Überraschungen enthalten. Erstens, es gibt diesen "ominösen Jakobsweg", zweitens, Hape Kerkeling kann weiter als wenige Meter zu Fuß gehen, und drittens, er hat das Ganze schlicht und ergreifend für sich selbst getan. 

Irgendwann danach hat er darüber ein Buch geschrieben, das wochenlang an der Spitze der Bestseller-Liste festgetackert war, wahrscheinlich gerade weil es in dem Buch nicht primär um ein Gagfeuerwerk geht, sondern um diese besondere Reise und deren besondere Momente und Begleiter. 

Seit Heiligabend ist die Verfilmung in den Kinos (den Trailer findet ihr hier), ein gut gewählter Termin. Dann sind alle mehr oder weniger besinnlich, meist in Familie, und weil der Omma Lisbeth das Buch so gut gefallen hat, kann man mit ihr auch ruhig mal ins Kino gehen. Eins vorneweg, nein, der Herr Kerkeling spielt sich nicht selbst, aber er war Co-Autor.  

Prompt hagelte es auch schon an Weihnachten diverse Rezensionen. Da wird gewettert, was das Zeug hält. Von einer "Enttäuschung" ist die Rede, zu rührselige Szenen würden gezeigt werden, die Rückblenden würden vieles kaputtmachen. Und dann gibt es da noch die Kinogänger, die einfach nur einen netten Abend haben wollen, und denen die Buchvorlage relativ egal ist. Hauptsache es kommt " vom Kerkeling". 

Ich muss zugeben, ich bin Kerkeling- Fan der ersten Stunde, kenne sämtliche Sketche, freue mich immer wieder über jedes "Hurz" und auch über die peinlichen Werbespots für ein Möbelhaus. Ich habe natürlich auch "Ich bin dann mal weg" gelesen, war tieftraurig, als ich es mal verliehen hatte, und mit gewellten, meerwassernassen Seiten zurückbekam, und wurde erst geheilt, als ich ein neues Exemplar als Entschädigung geschenkt bekam. Ich habe den Film noch nicht gesehen. Ganz bewusst. Mittlerweile habe ich einfach zu viel darüber schon gehört, ich bin wohl einfach zu spät dran, um ihn völlig unvoreingenommen anzusehen. Ich bin auch unsicher, ob im Kino überhaupt die richtige Stimmung für mich dafür aufkommen würde, denn ich habe noch die Illusion, dass das einer von diesen Filmen ist, wie es auch Bücher gibt: die muss man einfach gemütlich anschauen, bzw. lesen, bestenfalls in Jogginghose, mit maximal einer Person neben sich, die man sehr mag, und die wenig genug sagt, um die Stimmung nicht zu zerstören. Ich bin gespannt, was ihr sagt! Vielleicht vertraue ich dann auf EURE Meinung und traue mich doch ihn anzusehen. Vielleicht auch in Jogginghose. 

 

Isa

 

Kinostart: 24.Dezember 2015. 


Neu im Kino: "Mr. Holmes"

Quelle: Screenshot, Trailer
Quelle: Screenshot, Trailer

28. Dezember 2015

 

Hut, Pfeife, und ein besonderes Gespür für knifflige Kriminalfälle. Der berühmte Meisterdetektiv Sherlock Holmes ist der Inbegriff einer englischen Spürnase. Ausgestattet mit tadellosem Stil hat er in seiner über 100-jährigen Karriere, die er seinem Schöpfer Sir Arthur Conan Doyle zu verdanken hat, schon so manchen Fall aufgeklärt. Nicht zuletzt 

durch den Erfolg der Verfilmungen unter der Regie von Guy Ritchie, mit Robert Downey jr. in der Hauptrolle, und dem großen Erfolg der Serie "Sherlock", besetzt mit Benedict Cumberbatch, rückte der leicht angestaubte Herr wieder in den Fokus der Krimifans und Filmliebhaber. 

Jetzt liefert Hollywood einen weiteren Versuch, das Mysterium um den Meisterdetektiv etwas zu beleuchten, und ihn etwas menschlicher wirken zu lassen.

Der Trailer verrät schon so einiges. 

Wer einen attraktiven Hauptdarsteller in den besten Jahren vermutet, irrt sich. Die Fassade des perfekten englischen Gentleman bröckelt eher in der neusten Verfilmung.

Bereits auf der Berlinale in diesem Jahr, feierte "Mr. Holmes" Weltpremiere. Die meisten dürften Hauptdarsteller Sir Ian McKellen als "Gandalf" noch aus der "Herr der Ringe"- Trilogie kennen, eindeutig also eher das anspruchsvollere Genre. Wer in "Mr. Holmes" Action, Liebe oder jede Menge Gags erwartet, wird definitiv enttäuscht. 

Die Hauptfigur lebt schon längst nicht mehr in bekannten Bakerstreet in London, hat seinen Gefährten Watson um viele Jahre überlebt, und hat sich auf einem Landsitz zur Ruhe gesetzt, wo er mit seiner Haushälterin und deren Sohn lebt. Erst als sich dieser für sein neues, lieb gewonnenes Hobby, das Imkern,  und einen alten Fall zu interessieren beginnt, kommt etwas Bewegung in das eher trostlose Dasein des gealterten Herren, der mit einer beginnenden Altersdemenz zu kämpfen hat. 

Wir erfahren, welcher Fall angeblich dafür gesorgt hat, dass der sagenumwobene Sherlock Holmes das Handtuch geworfen hat. Wir sehen, wie ein Alterswohnsitz einer Legende aussieht, lernen seinen Alltag kennen, und bekommen einen Eindruck davon, wie allein er sein ganzes Leben lang angeblich war. 

"Mr. Holmes" zeigt die Zeit nach dem schillernden Leben als Held. Man ertappt sich dabei, dass man fast vergisst, dass es sich um eine fiktive Romanfigur handelt, deren Leben gezeigt wird.  

Ich bin nicht sicher, ob der Film meine persönlichen Erwartungen erfüllt hat, schließlich begleiten mich Holmes und seine Fälle seit vielen Jahren. Tough, unterkühlt, bindungsunfähig, Genie- all das war er für mich bisher. Der Film zeigt den sonst so unantastbaren Holmes sehr verletzbar. Ich denke, ich  werde beim zukünftigen Lesen allerdings doch eher wieder auf mein ganz persönliches Bild im Kopf zurückgreifen, es reicht, wenn die Realität mir schon im Alltag begegnet.

 

Isa

 

Kinostart: 24.Dezember 2015.